Avast und CCleaner teilen sich denselben Herausgeber, Gen Digital, bedienen jedoch unterschiedliche Bedürfnisse: Sicherheit für das eine, Systemoptimierung für das andere. Die Gegenüberstellung dieser beiden Softwareprodukte entspricht der Messung zweier Wartungsachsen eines Windows-Computers und der Feststellung, ob ihre Funktionen sich überschneiden, ergänzen oder sich gegenseitig überflüssig machen.
Avast-Sicherheit und CCleaner-Reinigung: Vergleichstabelle der Funktionen
Bevor wir die Unterschiede analysieren, ermöglicht eine Zusammenfassung der funktionalen Bereiche einen Rahmen für den Vergleich. Die folgende Tabelle stellt die beiden Softwareprodukte in Bezug auf ihre Hauptfunktionen gegenüber.
| Kriterium | Avast | CCleaner |
|---|---|---|
| Hauptfunktion | Antivirus, Echtzeitschutz | Dateireinigung, Systemoptimierung |
| Schutz vor Malware | Ja (Viren, Ransomware, Phishing) | Nein |
| Integrierte Firewall | Ja (Premium-Version) | Nein |
| Reinigung temporärer Dateien | Begrenzt (Cleanup-Modul) | Ja (Hauptfunktion) |
| Verwaltung der Programme beim Start | Nein | Ja |
| Integriertes VPN | Ja (je nach Tarif) | Nein |
| Verfügbarkeit | Windows, macOS, Android, iOS | Windows, macOS, Android |
| Kostenlose Version | Ja | Ja |
Die Betrachtung dieser Tabelle bestätigt, dass die beiden Softwareprodukte nicht im selben Bereich operieren. Avast deckt die Bedrohungserkennung und den Netzwerkschutz ab. CCleaner konzentriert sich auf die Entfernung unnötiger Dateien, die Bereinigung der Registrierung und die Verwaltung der beim Start geladenen Anwendungen.
Um die Vorteile und Grenzen von Avast und CCleaner zu vertiefen, muss man über diese Tabelle hinausgehen und untersuchen, was jedes Tool tatsächlich im Vergleich zu den bereits im System integrierten Alternativen bietet.

CCleaner im Vergleich zu den integrierten Windows-Tools: eine schwindende Lücke
Ein Punkt, der in klassischen Vergleichen selten angesprochen wird, ist die zunehmende Redundanz zwischen CCleaner und den nativen Windows-Tools. Das Betriebssystem bietet mittlerweile die Datenträgerbereinigung, die Verwaltung der Autostart-Anwendungen über den Task-Manager und ein Speichermodul (Einstellungen > System > Speicher), das in der Lage ist, temporäre Dateien automatisch zu löschen.
CCleaner behält einen Vorteil bei der Reinigung von Caches von Drittanbieter-Browsern und der Bereinigung der Registrierung. Im Gegensatz dazu werden die Verwaltung des Autostarts und die Löschung temporärer Dateien nativ von Windows abgedeckt.
- Die Windows-Datenträgerbereinigung behandelt Systemdateien, Protokolle und Caches ohne Drittanbieter-Software
- Der Task-Manager ermöglicht das Deaktivieren von Programmen beim Start seit Windows 10
- Das Speichermodul automatisiert die regelmäßige Bereinigung temporärer Dateien und des Papierkorbs
- CCleaner bleibt relevant für die Bereinigung der Registrierung und die Caches von Browsern wie Firefox oder Chrome
Für einen Benutzer, der nur wenige Anwendungen installiert und mit Edge surft, wird der marginale Nutzen von CCleaner fragwürdig. Die Software bleibt jedoch relevant für Maschinen, die über Jahre hinweg mit zahlreichen Installationen überladen wurden.
Antivirus-Leistungen von Avast: Was die AV-TEST-Tests sagen
Allgemeine Vergleiche zwischen Avast und CCleaner erwähnen selten die Ergebnisse unabhängiger Labore. Die AV-TEST-Tests, die im August 2026 auf Windows 11 durchgeführt wurden, dokumentieren die Leistungen von Avast in drei Bereichen: Schutz, Systemleistung und Benutzerfreundlichkeit.
Diese Bewertungen platzieren Avast unter den Antivirus-Programmen, die hohe Werte bei der Bedrohungserkennung erzielen. Der Echtzeitschutz deckt gängige Malware, Ransomware und Phishing-Versuche ab. Avast erzielt vergleichbare Ergebnisse wie die bestbewerteten kostenpflichtigen Lösungen im Bereich der Erkennung.
Die Auswirkungen auf die Systemleistung bleiben laut diesen Tests moderat. Die Verlangsamung beim Starten von Anwendungen oder beim Kopieren von Dateien liegt im akzeptablen Bereich für den täglichen Gebrauch.
Der Vertrauensfaktor nach dem Jumpshot-Skandal
Die Frage der Leistung reicht nicht aus, um Avast zu bewerten. Im Februar 2024 verhängte die US-amerikanische Federal Trade Commission eine Geldstrafe von 16,5 Millionen Dollar gegen Avast, weil das Unternehmen Daten über das Surfverhalten verkauft hatte, die über seine Tochtergesellschaft Jumpshot gesammelt wurden. In der Folge wurde das Verbot ausgesprochen, diese Daten zu Verkaufs- oder Werbezwecken zu verwenden.
Diese Sanktion betrifft Praktiken, die bereits 2020 durch eine Untersuchung von PCMag und Motherboard aufgedeckt wurden. Avast schloss Jumpshot nach diesen Enthüllungen. Die Datensammlung bleibt ein Kriterium für die Wahl zwischen Avast und seinen Mitbewerbern, auch wenn sich die Praktiken seitdem geändert haben.

Avast Cleanup und CCleaner: die Überlappungszone
Die Verwirrung zwischen den beiden Softwareprodukten erklärt sich teilweise durch die Existenz von Avast Cleanup, einem Optimierungsmodul, das in den kostenpflichtigen Versionen von Avast integriert ist. Dieses Modul übernimmt mehrere Funktionen von CCleaner: Entfernung temporärer Dateien, Bereinigung von Browsern, Verwaltung des Speicherplatzes.
Beide Produkte gehören zur selben Gruppe. Avast Cleanup richtet sich an Benutzer, die eine einheitliche Lösung bevorzugen (Antivirus und Reinigung in einer einzigen Schnittstelle). CCleaner spricht diejenigen an, die ein dediziertes Tool wünschen, das granularere Reinigungsoptionen bietet.
- Avast Cleanup ist nur in den kostenpflichtigen Versionen von Avast verfügbar
- CCleaner bietet eine kostenlose Version, die die grundlegenden Reinigungsfunktionen abdeckt
- CCleaner bietet eine genauere Kontrolle über die Registrierung und die Autostart-Programme
Die Wahl zwischen Avast Cleanup und CCleaner hängt vom gewünschten Kontrollniveau über die Wartungsoperationen ab. Für eine schnelle Reinigung ohne Konfiguration reicht Avast Cleanup aus. Für eine detaillierte Diagnose von Dateien und der Registrierung bleibt CCleaner besser geeignet.
Welche Software je nach Nutzungsprofil behalten
Die Ergänzung zwischen Avast und CCleaner bedeutet nicht, dass beide in allen Fällen notwendig sind. Ein Benutzer unter Windows 11 mit wenigen installierten Anwendungen kann sich mit Windows Defender (im System integriert) und den nativen Reinigungswerkzeugen begnügen, ohne Avast oder CCleaner hinzuzufügen.
Für einen älteren Computer mit zahlreichen angesammelten Software-Anwendungen bringt CCleaner einen messbaren Gewinn an Speicherplatz und Startzeit. Für einen Benutzer, der häufig Downloads durchführt oder auf riskante Seiten zugreift, fügt Avast eine Schutzschicht hinzu, die in den grundlegenden Windows-Tools fehlt.
Das Kriterium, das die beiden Softwareprodukte trennt, ist weder der Preis noch die Funktionen: Es ist das Risikoprofil des Benutzers. Eine einfache Büroanwendung rechtfertigt nicht die Installation beider. Eine intensive Nutzung mit Downloads, vielfältigem Surfen und Drittanbieter-Software macht ihre Kombination sinnvoll, vorausgesetzt, man bleibt wachsam bezüglich der Datensammelparameter von Avast.



